Herzryhthmusstörungen, die einer Katheterablation (Verödung) zugänglich sind

Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzryhthmusstörungen. Mit zunehmendem Alter und zunehmenden Begleiterkrankungen steigt das Erkrankungsrisiko. Beim Vorhofflimmern handelt es sich um chaotisch kreisende elektrische Erregungen im Bereich der Vorkammern. Vorhofflimmern stellt in Deutschland mittlerweile eine Volkskrankheit dar. Ca. 1 Million Menschen sind betroffen. Bemerkbar macht es sich durch plötzlichen Leistungsknick mit Müdigkeit, Luftnot und unregelmäßigen Herzschlag. Das begleitende Herzrasen wird von vielen Patienten als unangenehm empfunden, von vielen aber auch gar nicht bemerkt.

Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, bedeutet allerdings für viele Menschen eine Einschränkung der Lebensqualität. Auch geht es mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher.  Bei Vorhofflimmern können durch Applikation von Radiofrequenz-Strom (Thermoablation) oder Kälte (Kryoablation) gezielt im Bereich der Pulmonalvenen Verödungslinien gezogen werden,  die dann eine Barriere für die Flimmerwellen darstellen. Zur genauen anatomischen Darstellung und besseren Orientierung während der Ablationstherapie kann wie oben erwähnt ein sogenanntes 3-D-Mapping eingesetzt werden, um eine individuelle anatomische Landkarte des Vorhofes zu erstellen.

Vorhofflattern

Tachykarde Herzryhthmusstörung (Rhythmusstörung mit schnellem Puls) aufgrund einer kreisenden Erregung. Beim Vorhofflattern besteht wie beim Vorhofflimmern  ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Die Flatterwellen laufen auf einer festen Kreisbahn unentwegt durch den rechten Vorhof. Beim typischen Vorhofflattern werden nicht alle Flatterwellen auf die Hauptkammer übertragen. Der AV-Knoten als Frequenzbremse lässt nur jede 2. oder 3. Flatterwelle zum Ventrikel durch. Der Patient verspürt einen schnellen, meist regelmäßigen Herzschlag.

Symptome sind häufig eine eingeschränkte Belastbarkeit, Luftnot und manchmal auch Druck auf der Brust. Therapie der Wahl bei rezidivierendem Vorhofflattern ist die Katheterablation (Erfolgsquote über 98 %). Hier wird durch Applikation von Radiofrequenzstrom die Kreisbahn an einer bestimmten Stelle, dem sog. Isthmus, durch Verödung unterbrochen. Der normale Sinusrhythmus kann wieder durchkommen.

AVNRT (AV-Knoten-Reentry-Tachykardie)

Herzrasen, das durch eine kreisende Erregung - eine Art Kurzschluss - am Verbindungsknoten zwischen den Herzvorhöfen und den Herzhauptkammern entsteht. Grund dafür ist eine doppelt angelegte Leitungsbahn im Bereich des AV-Knotens (eine langsame und eine schnelle Bahn). Es entstehen dabei typischerweise Herzfrequenzen von 150 bis 220 Schlägen pro Minute. Typisch ist auch das anfallartig auftretende Herzrasen.  Die optimale Behandlung besteht in einer Verödung der langsamen Leitungsbahn.

WPW-Syndrom

Herzrasen bei Vorliegen einer zusätzlichen, sog. akzessorischen Leitungsbahn. Das WPW- Syndrom gehört zu den sogenannten Prä-Exzitationssyndromen. Bei dieser angeborenen Störung kommt es durch die zusätzlich angelegte Leitungsbahn zu kreisenden Erregungen, wodurch Herzfrequenzen zwischen 160 und 240 Schlägen pro Minute zustande kommen können.

Typisch ist – wie bei der AVNRT – ein anfallartig auftretendes Herzrasen. Ein plötzlicher Beginn und ein abruptes Ende sind typisch (on-off Phänomen). Die zusätzliche Leitungsbahn kann mittels Katheter-Ablation mit hoher Erfolgsrate verödet werden.

Ventrikuläre Tachykardien (Kammertachykardien)

Kammertachykardien nehmen ihren Ursprung nicht aus den Vorhöfen, sondern, wie der Name schon sagt, aus den Herzkammern. Es lassen sich gutartige von bösartigen Formen unterscheiden. Der Ursprung der gutartigen Formen liegt meist im rechts- oder linksventrikulären Ausflusstrakt.

Es gibt aber auch Kammertachykardien, die durch schwere Grunderkrankung des Herzens entstehen, beispielsweise nach Herzinfarkten, bei schweren Durchblutungsstörungen, bei Herzmuskelerkrankungen oder bei schwerer Herzschwäche. Diese Kammertachykardien gelten als bösartig und können für den Patienten lebensbedrohlich werden. Gegebenenfalls ist dann die Implantation eines Defibrillators zum Schutz des Patienten erforderlich. Einige Formen von Kammertachykardien kommen jedoch auch für eine Ablationstherapie in Frage.