Angiologie

Angiologischer Schwerpunkt im Kardio-Diabetes Zentrum

Dr. med. Feldmann untersucht einen Fuß mit Ultraschall

Die Angiologie oder Gefäßmedizin ist neben der Kardiologie und Diabetologie die dritte Säule des Kölner Kardio-Diabetes Zentrums im St. Antonius Krankenhaus. 

Sie beschäftigt sich mit dem klinischen Erscheinungsbild, der Diagnostik, Vorsorge, Therapie und Rehabilitation von Gefäßkrankheiten. Dazu gehören Arterienerkrankungen wie die Schaufensterkrankheit, Venenerkrankungen einschließlich Lungenembolien, Lymphgefäßerkrankungen, entzündliche Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden), das Raynaud Syndrom und seltener vorkommend angeborene Gefäßfehlbildungen (Angiodysplasien). 

Die meisten Patienten, die in der angiologischen Funktionsabteilung des Kölner Kardio-Diabetes Zentrums behandelt werden leiden an der ungünstigen Kombination von Diabetes, diabetischem Fußsyndrom (DFS) und peripherer arterieller Verschlusserkrankung (pAVK). Eine erfolgreiche und nachhaltige Versorgung dieser besonders schwer zu behandelnden Patienten setzt eine sehr gute Vernetzung von ambulanter konventioneller Angiologie und stationärer interventioneller Angiologie mit modernen und schonenden interventionellen Therapiemöglichkeiten voraus.

Um diese Voraussetzungen zu schaffen wurde neben dem Ausbau der fachärztlichen und pflegerischen Kompetenz ein speziell für die invasive angiologische Diagnostik und komplexe interventionelle Therapie ausgestattetes Katheterlabor 2012 in Betrieb genommen.

Ebenso wichtig wie schonende Therapieverfahren, wie z.B. die Kontrastierung der Beingefäße mit Kolendioxid (s. Video) ist die kompetente Vorbereitung und Nachbetreuung von Gefäßpatienten. Ein neuer Ambulanztrakt auf der Funktionsebene des St. Antonius Krankenhauses bietet die integrierte Versorgung von Patienten mit Schaufensterkrankheit (pAVK) und diabetischem Fussyndrom (DFS) sowie eine angeschlossene podologische Praxis für die stationäre und ambulante Fusspflege.

Wenn weit fortgeschrittene Gefäßveränderungen einer Behandlung mit Ballondilatation oder Stentimplantation nicht mehr zugänglich sind, wird eine gefäßchirurgische Therapie notwendig. Der schon seit 2009 bestehende Kooperationsvertrag mit dem Herzzentrum der Universität Köln garantiert unseren Patienten eine direkte und bevorzugte gefäßchirurgische Versorgung durch die Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie des Herzzentrums. Bei den wenigen Patienten bei denen sowohl interventionell-angiologisch als auch operativ-gefäßchirurgisch keine Durchblutungsverbesserung zu erreichen ist besteht die Möglichkeit mit Hilfe einer autologen Stammzelltherapie eine drohende Amputation aufzuschieben oder sogar zu verhindern.

Konventionelle Angiologie

Diese schließt alle doppler- und farbduplex-sonographischen Verfahren, außerdem nichtbildgebende Verfahren zur Funktionsprüfung arterieller und venöser Gefäße ein. 

Folgende nicht-invasive diagnostische Verfahren werden in der angiologischen Funktionsabteilung angeboten:

  • Knöcheldruckmessung (ABI)
  • 6 Minuten-Gehtest
  • Transkutane Sauerstoffmessung (tcpO)
  • Oszillographie
  • Dopplersonographie
  • Duplexsonographie

Interventionelle Angiologie

Ihr Schwerpunkt ist die kathetergestützte Behandlung von Gefäßen, überwiegend in örtlicher Betäubung am wachen Patienten. Hierbei werden Engstellen von Arterien und Venen erweitert und langstreckig verschlossene Arterien des Beckens, der Ober- und Unterschenkel und der Arme wieder eröffnet. Auch Verengungen der Nieren- und Darmarterien werden wieder eröffnet. Wenn notwendig werden Gefäßstützen (Stents) eingesetzt.

Für akute und subakute Gefäß-Verschlüsse durch Blutgerinnsel stehen neben der Lyse-Therapie spezielle Katheterverfahren zur Verfügung mit denen Blutgerinnsel beseitigt werden können. 

Folgende invasive diagnostische und interventionelle Verfahren werden im Rahmen einer stationären Behandlung im Kölner Kardio-Diabetes Zentrum angeboten:
 

  • CO2-Angiographie
  • Minimal-invasive Angiographie mit Feinnadel
  • Ballondilatation (PTA) mit oder ohne Medikamentenbeschichtung
  • Stentimplantation mit und ohne Medikamentenbeschichtung
  • Rotationsthrombektomie
  • Superflexible Stentsysteme
  • Rekanalisation von Verschlüssen (CTO) mit Mikrokathetern
  • Lokale Lysetherapie