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SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery)

Bei der herkömmlichen laparoskopischen Chirurgie sind 3 bis 5 über den gesamten Bauchraum verteilte Hautschnitte von 5 bis 12 mm Länge erforderlich, über die Instrumente und Kameraoptik eingeführt werden. Anders bei der SILS-Technik. Hierbei bedarf es lediglich einer Inzision von 15 bis 20 mm Länge in der Tiefe des Nabels, welche somit nach Beenden der Operation zu einer nicht sichtbaren Narbe führt. Bei SILS handelt es sich um ein rein laparoskopisches Vorgehen, welches weder eine zusätzliche Endoskopie noch eine zusätzliche Verletzung eines inneren Organes erforderlich macht. Dies ist bei sog.NOTES (Naturel Orifice Translumenal Endoscopic Surgery)-Operationen notwendig, bei denen Instrumente/ Kamera über die Scheide, den Magen oder den After eingeführt werden müssen. Dies halten wir für eine unnötige Belastung.
    
Erstmalig durchgeführt wurden SILS-Operationen bereits vor über 10 Jahren. Aber ein unzureichendes Instrumentarium ließ eine breitere Verwendung nicht zu. Erst technische Innovationen in Form abwinkelbarer Instrumente machten SILS möglich.

Die Vorbereitung zur SILS-Cholecystektomie (Gallenblasenentfernung) ist die gleiche wie bei der bisher durchgeführten laparoskopischen Cholecystektomie. Anders aber wird der Zugang in den Bauchraum bereitet. Nach Hervorluxieren des Nabels wird der Schnitt im Nabelgrund durchgeführt und von hier ausgehend der Bauch eröffnet. Der SILS-Port wird in den Bauch geschoben und über diesen wiederum sowohl eine Kamera als auch 2 abwinkelbare Instrumente geschoben. Die Gallenblase wird mittels einer transcutanen gestochenen Naht an die vordere Bauchwand herangezogen. Mit den abwinkelbaren Instrumenten kann so die Gallenblase gefasst und sicher präpariert werden. Sowohl der Gang zwischen Hauptgallengang und Gallenblase (Ductus cysticus) sowie die gallenblasenversorgende Arterie (Arteria cystica) werden mit Titanclips verschlossen und durchtrennt. Nachdem die Gallenblase aus dem Leberbett ausgelöst wurde, wird sie über den kleinen Schnitt am Nabel mit sämtlichen Instrumenten und Trokaren aus dem Bauchraum hervorgezogen. Die kleine Öffnung wird verschlossen und nach Hautnaht versinkt die Narbe in der Tiefe des Nabels.
  
 
 
  
Die Vorteile der konventionellen Laparoskopie sind mittlerweile eindeutig; die laparoskopische Gallenblasenentfernung (laparoskopische Cholecystektomie) gilt als „Goldstandard“. Ob die neue Technik zu einer nochmaligen weiteren Verbesserung führen wird, muss in entsprechenden Studien nachgewiesen werden. Sicher ist jedoch, dass jede Inzision ein Blutungsrisiko, ein Narbenhernien-Risiko und das Risiko einer inneren Verletzung beinhaltet.

In jedem Fall ist die Kosmetik bei SILS nochmals besser als bei der herkömmlichen laparoskopischen Operation.

Als Kontraindikation zur SILS-Operation betrachten wir zur Zeit krankhaftes Übergewicht, ausgedehnte Verwachsungen im Operationsgebiet, entzündliche Veränderungen und ausgedehnte vorangegangene Operationen.


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